Die Schmierseife und der Schlitzer Marktplatz
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- Geschrieben von Heinrich Sippel
In dem heutigen Raabeschen Hause am Markt betrieb Mitte des 19. Jahrhunderts Georg Ludwig Niepoth eine Metzgerei. Georg Ludwig hatte ein Problem. Er produzierte in seiner Schlachterei gelegentlich zu viel Fett und kochte daraus Kern- und Schmierseife. Nun war die Gewerbepolizei hinter ihm her und forderte, er dürfe in seinem Betrieb nicht zugleich Fleisch und Seife herstellen und vertreiben.
Doch Niepoth wusste Rat!
Schon lange hatte er ein Auge auf des reichen Gürtlers Witwe im Hause Marktplatz Nr. 7 geworfen, auf deren großzügigem Hausvorplatz er nun - nachdem er sie geehelicht hatte - eine Seifensiederei errichtete (vgl. Foto). Jetzt war fast alles in Ordnung.
Nur einmal war große Aufregung am Marktplatz. Bei Niepoths war die Schmierseife übergekocht. In glucksenden Strömen ergoss sich die glitschige Seifensubstanz über das Holperpflaster des Marktplatzes trichterförmig durch die Enge des Niedertorgässchens auf Stadtberg und Brauhausstraße.
(Auskunft Heinrich Leonhard Heil +)

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