Nostalgie
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- Geschrieben von Heinrich Sippel
Im über hundertjährigen Meyers Konversationslexikon (8. Band, 1897, S. 552) wird die Nostalgie als eine durch unbefriedigte Sehnsucht nach der Heimat begründete Art von Melancholie beschrieben, die in den verschiedensten Graden beobachtet werde. In den schweren Fällen führe sie zu bedeutender Zerrüttung der körperlichen Gesundheit und entwickle Geistes- und Gemütskrankheiten.
Nostalgie sei bei dem Individuum und bei ganzen Volksgruppen an eine niedere Stufe der Zivilisation und an eine einfache, einförmige mit der nächsten Umgebung in der ausschließlichsten Verbindung stehende Lebensweise gebunden.
Bei halb erwachsenen, in der Pubertätsentwicklung begriffenen Individuen, welche das elterliche Haus zu verlassen genötigt werden, entstehe das Heimweh am häufigsten und nehme hier die schlimmsten Formen an. In reiferem und höherem Alter finde es sich seltener als in der Jugend.
Das Meyersche Enzyklopädische Lexikon (Band 11, 1974, S. 633) definiert das Heimweh als das beklemmende gefühl, das von dem Verlangen getragen werde, in die angestammte Umgebung zurückzukehren... Sekundäre Bedürfnisse seien in hohem Maß mit den Sitten und Gewohnheiten der Heimat gekoppelt. Eine geringe Bereitschaft oder Fähigkeit, sich an die Gegebenheiten etwa eines Gastlandes zu gewöhnen, verursache den Mangelzustand, der als Heimweh empfunden werde.

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