Vom unläugbar ekelerregenden Brauwasser
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- Geschrieben von Heinrich Sippel
Sowohl die görtzische Branntweinbrennerei als auch die Brauerei deckten ihren Wasserbedarf grundsätzlich aus dem Bachwasser des vom Eisenberg kommenden Sengelbachs. Nur wenn im Sommer der Bach so "faulicht und ekelhaft" war, daß eine Verwendung zum Biersud und zur Branntweinrektifikation unzumutbar war, mussten die "Taglöhner in Botten das Wasser von dem in ziemlicher Entfernung liegenden sogen. Steinborn herbeischleppen".
Es sträuben sich die Haare, wenn man folgendes in einem Bericht der Burggüterverwaltung vom 12. Januar 1836 liest:
"Zur hiesig standesherrlichen Bierbrauerei und Branntweinbrennerei wird seither das erforderliche Wasser aus dem durch einen Theil der hiesigen Stadt fließenden Bach, wo eine Menge Dungstätten ihren Abfluß hinein haben und dieses Wasser überdies durch das fast stündliche Durchfahren mit Geschirren verunreinigt wird, verwendet. Der unläugbar Ekel erregende und polizeiwidrige Zustand hat von jeher den Tadel im Publikum veranlaßt. Bei eintretendem starken Regenwetter wird außerdem der Bach ganz trüb und führt eine Menge Sand und sonstige Erdtheile in die Kessel, wodurch nicht allein die Fabrikation gestört, sondern dem Kupfer ein nicht unbedeutender Schaden zugeführt wird. Beim Brandweinbrennen im Laufe des Sommers besonders bei heißer Witterung ist der Grad der Temperatur dieses Bachwassers von der Art, daß es nur sehr mangelhaft abkühlt und der Verlust der Ausbeute an Brandwein ist von großer Bedeutung."
(Staatsarchiv Darmstadt F.23.A.998.5; Heinrich Sippel, Vergangenheit spricht zur Gegenwart (140), Schlitzer Bote vom 3.2.1998)

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