Zum Schmunzeln und Staunen

sind die kleinen Geschichtchen und Anekdötchen aus der alten Herrschaft Schlitz. Die zwischen März 2000 und Juli 2001 im "Schlitzer Bote" veröffentlichte Zeitungsserie ist ist hier komplett nachzulesen.

Die Nazis als Märchenerzähler

unter Goebbels 1933 die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt gegründet worden war, wirkten die Nationalsozialisten auf die Gründung einer Hilfsorganisation hin. 1936 entstand unter der Aufsicht des Propagandaministers das "Winterhilfswerk", das dazu ausersehen war, Geld, Lebensmittel, Brennstoffe und Kleider zu sammeln, um sie unter Arbeitslosen und Hilfsbedürftigen zu verteilen. Bestimmte Sonntage wurden zu "Eintopfsonntagen" erklärt. Uniformierte SA-Männer aus der jeweiligen Nachbarschaft schüttelten die Sammelbüchse. Sie hatten die Aufgabe, in die Kochtöpfe zu schauen, um festzustellen, dass die Hausfrauen kein Fleisch zubereiteten.

Eifrige WHW-Sammler brachten Anstecknadeln mit künstlerisch beachtlichen Darstellungen deutscher Märchen aus Ton, Bein, Metall, Pappe usw. unters Volk. Diese z. T. liebenswürdigen Schmuckstücke wurden schon bald zu gesuchten Sammlerstücken und sind es heute noch.

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Die Napoleonsruhe

NapoleonsruheVon Napoleon wird berichtet, dass er einmal - an der Spitze seiner Armee reitend - auf ein altes Mütterchen getroffen sei, das eine schwere Last auf dem Rücken trug. Der Korse habe seinen Soldaten befohlen, zur Seite zu rücken und die Straße freizugeben, damit die alte Frau ungehindert passieren konnte. "Habet acht vor der Bürde!" (="respect au fardeau!") soll der Kaiser angeordnet haben.<br /><br />Dieser Vorfall hat Graf Carl von Schlitz angeblich veranlasst, oberhalb seiner Orangerie einen sogenannten "Ruhestein" zu postieren, auf dem sich Napoleons Worte zusammen mit dem Signum "GC1866" (=Graf Carl 1866) wiederfinden.

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Ein Trost-Ei für die Flickerin

Adam Christian FrankeAuch nach dem Einstellen der "Schmunzelserie" mit Schlitzer Anekdoten von Heinrich Sippel zum Ende des vergangenen Jahres sind die unterhaltsamen Geschichtchen aus der Burgenstadt weiterhin auf diesen Internetseiten verfügbar. Gelegentlich führen sie auch, wie in diesem Fall, zu unerwarteten Ergänzungen.
Heinrich Sippel berichtete 2000 in zwei Artikeln über den Schlitzer Poeten, Sportler und Techniker Adam Christian Franke, geb. 14.02.1870 zu Schlitz, Sohn des Schlitzer Bürstenmachers Karl Heinrich Franke aus dem "Grund". Diese Beiträge fanden sein Urenkel Peter Franke und dessen Tochter aus Rotenburg bei einer Internet-Recherche und übermittelten eine Abbildung ihres gutaussehenden kreativen Vorfahrens und das Bild eines ungewöhnlichen Stopf-Eis. Ob Eliese Ellenberger, für die Franke am 7. Mai 1893 dieses witzige Flickutensil mit den launigen Versen angefertigt hat, fortan eine Vorliebe für das Strumpfstopfen entwickelt hat, ist nicht bekannt, es dürfte ihr aber eine liebe Erinnerung an ihre Jugendzeit geworden sein. Nach ihrem Tod überließen ihre Angehörigen das Ei wieder der Familie Franke. Es befindet sich noch heute in ihrem Besitz.

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